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Nur kurz leben | Soundtrack

Als Autorin hantiert man ständig mit Gefühlen herum. Mit Situationen und Figuren. Teilt Kopf und Körper mit all jenen, die man gerade zu Papier bringt. Monatelang, manchmal sogar jahrelang. Dreieinhalb Jahre habe ich mir Kopf und Körper mit Richie und Leon geteilt. Den beiden Figuren aus meinem Debütroman Nur kurz leben. Dreieinhalb Jahre. Das ist eine Menge Sitzfleisch und Geduld. Eine Menge dranbleiben, auch wenn man gerade mal nicht mehr mag. Auch wenn man lieber die nächste Staffel irgendwas anschauen würde. Dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben.

Eine Sache die beim Dranbleiben hilft, die ohnehin bei so viel hilft, ist Musik.
Mir jedenfalls. Über viele Monate an einer Geschichte arbeiten, die eine bestimmte Thematik hat und ein bestimmtes Gefühl verlangt, damit man weiterschreiben kann. Das ist nicht immer einfach. Darum hat jedes meiner Projekte eine Playlist, die mir hilft in die richtige Stimmung zu kommen, die ich zum Schreiben der Geschichte brauche. Quasi der Soundtrack zum Buch. Der Versuch das Buch allein durch Musik zu beschreiben – wer trotzdem Erläuterungen möchte, findet diese weiter unten.

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Ausgangssituation und das Kennenlernen

Make Believe – The Faim
Richie ist Ende zwanzig und irgendwie verloren. Er hängt fest in einem Leben, dass er sich so nie gewünscht hat. Er hatte immer größeres vor Augen, Umstände haben ihn dahin geführt, wo er nun ist. Drei Teilzeitjobs, kaum genug Geld, Schulden, das eigentliche Ziel aus den Augen verloren. Er ist teilnahmslos an seinem eigenen Leben geworden. Ihm ist das bewusst, aber er weiß sich nicht zu helfen. Make Believe fängt dieses teilnahmslose Verlorensein musikalisch ein, ist aber gleichzeitig auch so voller Power, dass klar ist, da kommt noch was, da kann noch was passieren, es muss nicht so bleiben.

Scars – James Bay
Leon und Richie müssen sich arrangieren, testen den anderen aus, prüfen inwieweit sie sich vertrauen können und erkennen, dass sie einige Ähnlichkeiten haben.

Unterwegs im Auto

Lake Shore Drive – Aliotta Haynes Jeremiah
No Rain – Blind Melon
Wild Stare – Giant Rooks
Walk – Foo Fighters
Midnight City – M83
Under your spell – Desire
Die beiden verbringen eine Menge Zeit zusammen im Auto und was gehört zu einem guten Road Trip dazu? Genau, Musik. Es wird nicht direkt thematisiert, dass die beiden während der Fahrt Musik hören, aber in meiner Vorstellung, sind dass die Songs, die zufällig im Radio laufen, während sie durch Luxemburg und später die französische Provinz fahren.

Diese verdammten Gefühle

Skin – Zola Jesus
Wait – M83
Im Dunkeln durch die Gegend fahren, bis man das Meer sieht. Anhalten und sich an den Strand setzen, die Sterne beobachten, den Wellen lauschen. Den Moment genießen. Erkennen, das alles gar nicht so schlecht ist. Bis jemand, den man mag einem sagt, dass doch alles ganz schön schlimm ist. Weinen. Und dann im Meer schwimmen, weil weinen ja auch nichts bringt.

Ultraviolet – Lights & Motion

“Und fürs erste reicht mir ein Vielleicht.
Ein vielleicht ist immerhin kein Niemals.
Kein auf keinen Fall. Kein bestimmt nicht.
Und kein ich gebe auf.”

Das Beste draus machen

If I Lose Myself – Alesso vs One Republic
Afterlife – Black Shine
Speechless – Robin Schulz feat. Erika Sirola
Zum Ende des Trips von Richie und Leon, machen sie Halt in einem Club. Während des Schreibens der Szene, als ich mir vorstellte, wie die beiden in einem Pariser Club unterwegs sind und sich lautstark über die Musik hinweg unterhalten, hatte ich immer diese Songs im Ohr.

Was am Ende bleibt

Need the sun to break – James Bay

High Hopes – Panic! At the disco
Gäbe es bei Büchern einen Song, der läuft, während man die Danksagung und so weiter liest, quasi den Buch-Abspann, dieser Song würde dabei laufen. Große Hoffnungen und Träume haben, alles ist kompliziert, nie läuft etwas nach Plan, trotzdem nicht aufgeben, immer weiter machen. Nichts ist in Stein gemeißelt, Pläne nur eine Idee, alles ist möglich, mach was draus.

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[…] Wo wir gerade bei Musik sind: Einen Buchsoundtrack gibt es für Nur kurz leben auch. […]

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